-Kräuterbrief 2021

Zu dem hier angezeigten Kurztext des jeweiligen Heilkrauts, können Sie vertiefte Informationen erhalten, wenn sie die blau hinterlegte Monatsangabe anklicken.

Januar 2021

Hexenkraut

Die Pflanze wurde traditionell vor allem als liebesmagische Zaubermittel von Frauen verwendet. Das Hexenkraut soll eine tiefe Wirkung auf die menschliche Seele haben. Es bringt uns in eine andere Welt, die zwar als real empfunden wird, doch magischer Natur ist. Das Hexenkraut stellt einen Kontakt in uns her zu den hellen und dunklen Seiten in uns. Dadurch verbindet es nicht nur die Seele mit den Zyklen der Natur, sondern verhilft ihr auch dazu die Schattenseiten zu integrieren. Man schrieb und schreibt noch immer der Pflanze als psychologische Wirkung die Steigerung des Selbstwertgefühls zu. Der tägliche Verzehr einer einzigen Blüte soll genügen. Für das neue Jahr wünsche ich vor allem Gesundheit, Mut, Zuversicht und positive Gedanken.
Februar 2021 Braunwurz

Die verdickten Knollen an den Wurzeln der Braunwurz, erinnern an die Lymphknoten, was ursprünglich entsprechend der Signaturen-Lehre der Anlass dazu war, die Heilwirkung der Braunwurz im Bereich der Lymphknoten und bei Schwellungen zu suchen.
Die Braunwurz wirkt anregend auf das gesamte Lymphsystem: Die Lymphe wird angeregt, Stauungen aufgelöst, Lymphknoten schwellen ab. Sie hat einen direkten Bezug zu unseren Drüsen und wird vor allem bei geschwollenen, entzündeten Mandeln, bei Brustdrüsenschwellungen und bei Kropf eingesetzt.


März 2021 Eisenkraut

Eisenkraut wird vorwiegend bei Nervosität und Schlaflosigkeit verwenden. Durch die beruhigende Wirkung hilft die Pflanze bei Menschen, die ständig dem Stress und den Überforderungen im Alltag ausgesetzt sind. Es wird aber auch äußerlich angewendet und hilft bei faltiger und müder Haut. Ein kräftiger Tee aus den Blättern der Pflanze wird als Gesichtswasser verwendet und erfrischt und strafft die Gesichtshaut.

Die medizinische Wirkung wurde schon früh hochgelobt. Man setzte Eisenkraut gegen Entzündungen, zur Wundheilung und Fiebersenkung ein.
April 2021 Andorn

Als wahres Allroundtalent unter den Heilpflanzen lässt sich der Gemeine Andorn (Marrubium vulgare) bei unzähligen gesundheitlichen Problemen anwenden. Insbesondere was Atemwegs- und Verdauungsbeschwerden anbelangt, wirkt Marrubium wahre Wunder. Hauptsächlich wird er bei Atemwegserkrankungen wie trockenem Husten, Katarrhen der Luftwege und akuter und chronischer Bronchitis eingesetzt. Der Andorn stärkt auch Abwehrkräfte und das Immunsystem. Auch ein schwacher Kreislauf wird vom Andorn stabilisiert. Außerdem kommt sie wegen des hohen Anteils an Bitterstoffen auch bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden, wie Blähungen und Völlegefühl zur Anwendung.


Mai 2021 Wegrauke

Die Wegrauke wird vor allem zur Behandlung von Erkrankungen des Mund-Rachenraums verwendet.
Ihre günstige Wirkung bei Entzündungen der Atmungsorgane wurde bereits in der Renaissance schriftlich erwähnt. Seit dem 17. Jahrhundert galt die Wegrauke als Heilkraut der Redner, Schauspieler und Sänger (man spricht vom
Sängerkraut), denn sie schafft Linderung für Stimmband, Kehlkopf oder Abhilfe bei Luftröhrenentzündungen, bei Heiserkeit, Verschleimung und akutem Kehlkopfkatarrh, Erkältungskrankheiten, Husten und Bronchitis.


Juni 2021  Odermennig

Odermennig, wird von manchen auch kleine Königskerze oder Sängerkraut genannt. Aufgrund seiner Stimmkraft-stärkenden, adstringierenden, entzündungswidrigen, sowie antibakteriellen Wirkung ist er bei Sängern oder Sprechern sehr beliebt.
Die Pflanze ist ein vorzügliches Wundkraut. Ferner hält sie zu den besten Nieren-, Leber- und Milzheilpflanzen. Nicht minder hilfreich ist ihre Heilkraft bei Gallensteinerkrankungen, Gelbsucht und bei Anlage zu Harnsäureablagerungen.


Juli 2021 Steinkleekraut

Der Steinklee wird ebenso wie Rosskastanie und Rotes Weinlaub in der Deutschen Apothekerzeitung als Venentherapeutika genannt. Somit kann die Pflanze dazu beitragen, Venenleiden wie Ödemen vorzubeugen und sie zu therapieren. Wer an einer chronischen Venenschwäche leidet und demnach mit Schweregefühl, wie Schmerzen in den Beinen, Schwellungen, Juckreiz oder nächtlichen Wadenkrämpfen zu kämpfen hat, kann diese Beschwerden mit Steinklee auf natürliche Weise lindern. Auch Beinvenen, die sich entzündend haben und gerötet sind, lassen sich mit dieser Pflanze behandeln. Gleiches gilt für eine sogenannte Rückflussstauung im Venensystem, welcher durch einen Verschluss der Venen hervorgerufen wurde. Hinzu kommt, dass Steinklee auch bei Hämorrhoiden, Verstauchungen, Prellungen, sowie oberflächlichen Blutergüssen helfen kann. Die oberirdischen Teile (vom Steinklee (Steinkleekraut, Meliloti herba) wirken entzündungshemmend sowie krampflösend. Außerdem schützen sie das Gewebe vor Wasseransammlungen (ödemprotektive Wirkung), indem die Wände der kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) gestärkt und ihre Durchlässigkeit verringert werden. Die Heilpflanze gilt deshalb seit langem als probates Venenmittel. Sie fördert den Rückstrom des Blutes über die Venen in Richtung Herz und zudem den Abtransport der Lymphe


August 2021 Rosskastanie

Zur Unterstützung des Lymphsystems und der Blutgefäße haben wir bereits den Mäusedorn (Kräuterbrief 12/20) und den Steinklee (Kräuterbrief 07/21) beschrieben. Eine ähnliche Wirkung hat die Rosskastanie und das „Rote Weinlaub“, das im nächsten Kräuterbrief behandelt wird. Die Rosskastanie wird angewendet bei Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, bei Wadenkrämpfen, Juckreiz und Beinschwellungen sowie bei Sportverletzungen und Hämorrhoiden. Die Kommission E, die pflanzliche Arzneimittel für das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte wissenschaftlich bewertet, hat folgende Anwendungsgebiete für Präparate aus der Kastanienfrucht offiziell anerkannt: • chronische Veneninsuffizienz (Erkrankungen der Beinvenen) • Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen • nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz und Beinschwellungen .


Sept. 2021 Rotes Weinlaub

Präparate aus rotem Weinlaub (Vitis vinifera) sind geeignete und anerkannte pflanzliche Arzneimittel zur Behandlung chronischer (langzeitiger) Veneninsuffizienz, die sich als Erkrankung mit geschwollenen Beinen, Krampfadern und Schweregefühl äußert. Typisch für das Krankheitsbild sind auch Schmerzen, Müdigkeit, Juckreiz, Verspannungen und Krämpfe in den Beinen. Die Weinrebenblattpräparate können zur Linderung von Unwohlsein und Schweregefühl in den Beinen – in Verbindung mit kleineren Durchblutungsstörungen der Venen – beitragen.

Eine Kombination aus Steinklee, Mädesüß, Mäusedorn, Rosskastanie und Rotem Weinlaub können schwere Beine auf Trab bringen (siehe entsprechende Kräuterbriefe).


Oktober 2021 Blutwurz
Die Heilpflanze wirkt nicht nur bei bestehenden Schleimhautentzündungen, sondern hilft auch präventiv vor dem Eindringen von Viren und Bakterien, da sie eine Schutzschicht über der Schleimhaut von Mund und Rachen bilden kann. Dafür verantwortlich sind wieder die Gerbstoffe, da diese direkt an Bakterien und Viren binden und sie dadurch inaktivieren. Der Tee heilt wegen der Gerbstoffe sehr gut chronische, ansteckende Darmerkrankungen, Durchfall, Katarrh, Dickdarmentzündungen, Leberschwellung und Hepatitis. Gute Wirkung wird erreicht wenn Durchfall und Verstopfung abwechseln, weil er Bakterien tötet.
November 2021 Hauhechel
Die Hauhechelwurzel ist ein gutes harntreibendes Mittel. Sie ist ein bevorzugtes Mittel bei Neigung zur Harnsäurebildung und der in der Folge damit verbundenen Grieß- und Steinbildung. Bei allgemeiner Wassersucht und im Besondern bei Schwellungen infolge Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Oedemen), Nierenentzündung, Nierengrieß, Nierensteinen und Gelenkrheumatismus, leistet die Hauhechelwurzel gute Dienste. Die Hauhechel kommt häufig in Nieren- und Blasentees vor, meist kombiniert mit ähnlich wirkenden Kräutern wie Birke oder Ackerschachtelhalm. Die Tees können bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung die Beschwerden lindern.
Dezember 2021 Fenchel

Schon in der Antike wurde die würzige Knolle gegen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Sodbrennen eingesetzt. Medizinisch kommt vor allem bitterer Fenchel zum Einsatz. Das ätherische Öl, insbesondere die Substanzen trans-Anethol und Fenchon, lösen festsitzenden Schleim aus den Bronchien und fördern zugleich dessen Abtransport aus den Atemwegen. Fenchelfrüchte können daher Erkältungsbeschwerden wie Husten und Schnupfen lindern. Das Fenchelöl wirkt verdauungsfördernd und krampflösend, weshalb Fenchel als Tee gegen Blähungen und Völlegefühl hilft. Hierbei wird Fenchel häufig mit ähnlich wirkenden Kräutern kombiniert – meist mit Anis und Kümmel.